Katholische Kirche

Katholische Kirche Josefsberg

Die katholische Kirche am Josefsberg ist die höchst gelegene Pfarre von Niederösterreich (1026m). Die kleine Pfarre Josefsberg liegt im Diözesangebiet von St. Pölten und wird seelsorglich vom Zisterzienserstift Lilienfeld betreut. Die Pfarre zählt heute zwar nur mehr etwa 100 Seelen, blickt aber mit ihrer kulturhistorisch bedeutenden barocken Kirche auf eine über 400jährige Geschichte zurück.

Der Josefsberg ist ein Teil der Via Sacra, dem traditionsreichen Wallfahrtsweg nach Mariazell. Für die Wallfahrer nach Mariazell war es bis ins 20. Jahrhundert selbstverständlich, in dieser Kirche, also auch am Josefsberg, eine Gebetsandacht zu halten. Erst seit dem Straßenneubau in den 1970er Jahren liegt der Josefsberg nun etwas abseits der Route nach Mariazell.Josefsberg1624

Vom „Sauriehsl“ zum „Josefsberg“

Um 1600 beginnt die eigentliche Geschichte des Josefsberges, der zu dieser Zeit noch den etwas unschönen Namen „Sauriehsl“ (Saurüssel) trägt. Auf dem Sauriehsl wird von frommen Zisterziensermönchen aus dem Stift Lilienfeld eine kleine Einsiedelei errichtet, nachdem bereits seit 1536 eine Gaststätte für Wallfahrer (heute das Gasthaus Sabath) auf dem „Saw Ruessl“ bezeugt ist.
1645, so berichtet die Pfarrchronik, baut man anstelle der Einsiedelei ein kleines Josefikirchlein, welches im selben Jahr am 25. Juli eingeweiht wird. Der Kirchenpatron gibt dem Berg auch seinen neuen Namen. Die neue Kirche wird 1648 mit einem barocken Marmoraltar ausgestattet.

Josefsberg wird zur Pfarre erhoben

1757 erfolgt unter Kaiserin Maria Theresia die Erhebung zur Kuratie (pfarrähnliche Seelsorgestation). Dieses Ereignis ist mit einer immer wieder erzählten schönen, historisch aber zweifelhaften Geschichte verbunden, die hier kurz wiedergegeben werden soll: Während ihrer Regentschaft besucht Maria Theresia mehrmals Mariazell, und wieder einmal befindet sich die Kaiserin auf Wallfahrt. Ein hereinbrechendes Schneegestöber erschwert die Passage der kaiserlichen Karosse über den Josefsberg. Da erblickt die Kaiserin plötzlich eine junge Frau mit ihrem neugeborenen Kind. Wind und Wetter ausgesetzt, kämpft sich die Kindsmutter durch den Schnee. Maria Theresia lässt anhalten und fragt, wohin die Frau bei solchem Wetter wolle. „Das Kind taufen lassen, in Annaberg!“ antwortet diese. Von Josefsberg nach Annaberg ist es zu Fuß ein weiter und beschwerlicher Weg, vor allem bei den im Gebirge häufigen rauen Wetterlagen. Die Kaiserin, von diesem Erlebnis gerührt, betreibt daraufhin die Errichtung einer Pfarre und den Ausbau der Kapelle zur Pfarrkirche auf dem Josefsberg, damit den in der Umgebung wohnenden Menschen der lange Weg zum Gottesdienst erspart bleibe.

Die Pfarrchronik berichtet, dass die Erhebung zur eigenständigen Pfarre 1783 erfolgt. In der Folge wird 1786 der Pfarrfriedhof angelegt und 1792 werden ein neues Pfarrhaus und eine Pfarrschule errichtet.

Die „Doppelpfarre“ Mitterbach-Josefsberg

1915 wird mit Mitteln der „Wiener Männerwallfahrt“ der Bau einer St. Klemens Maria Hofbauer Kirche in Mitterbach begonnen. Mitterbach entwickelt sich im Laufe der Jahrzehnte zur Hauptpfarre, von wo aus Josefsberg seit 1977 seelsorglich mitbetreut wird. Seit 1. März 2012 werden die Pfarren Josefsberg und Mitterbach von Annaberg aus mitbetreut.

Durch das Wiederaufleben des Fußwallfahrens auf der Via Sacra in der jüngeren Vergangenheit ist der Josefsberg und seine Kirche immer wieder Ziel und Gebetsstation der Pilger nach Mariazell. Somit hat der Ort wieder etwas von seiner ursprünglichen Bedeutung als Wallfahrtsort zurückgewonnen.

Gottesdienstzeiten
Gottesdienstordnung bis 02.04.2017

Für genauere Informationen bezüglich der Gottesdienstzeiten und -orte wenden Sie sich bitte an das kath. Pfarramt in Annaberg (Tel.: 02728 8212)